Buchrezension - "Muttertag" von André Mumot

Selten ist es mir so schwer gefallen, wie bei "Muttertag", eine Rezension zu verfassen. 

Quelle: Eichborn/Lübbe
Um den Inhalt wiederzugeben, muss ich leider teilweise auf den Klappentext zugreifen. Denn der Inhalt selbst war teilweise so verworren und so umfangreich, dass man ihn nicht einfach mal in wenigen Sätzen zusammen fassen kann. 

Im Grunde geht es um eine Sekte, die in einer verfallenen Villa ihre Spielchen treibt und Experimente durchführt. Eine zentrale Rolle spielen in der Geschichte Philipp und Richard Korff - der Großonkel seiner Mutter. 
Die beiden versuchen Morten Rheinberger zu finden. Er ist der Stiefbruder von Philipp, seit Wochen verschollen und scheint irgendetwas über diese Sekte herausgefunden zu haben. 
Die Sekte scheint außerdem ein Mädchen anzubeten, dass lange als verschollen galt. Doch davon ahnen Philipp und Richard noch nichts.

Viel mehr kann man zum Inhalt von "Muttertag" nicht sagen, ohne allzuviel von der Handlung preiszugeben. Diese ist aber sowieso über das gesamte Buch hinweg so verworren und verzweigt, dass es mir schon sehr schwer gefallen ist, ihr zu folgen. 

Nicht wirklich nachvollziehbar ist für mich auch der Titel... Und das Cover ist an sich zwar sehr ansprechend, passt aber - im Nachhinein betrachtet - auch nicht mehr zur Story. 

Insgesamt gibt es im Romandebüt von André Mumot für meinen Geschmack viel zu viele verschiedene Charaktere und es wird aus viel zu vielen Perspektiven erzählt. Man hat große Mühe, der Geschichte zu folgen. Selbst auf die kleinsten Nebenrollen geht der Autor mit vielen Details ein, was das Buch für mich an vielen Stellen sehr langatmig werden lässt. 
An anderen Stellen wiederum spart er mit Erklärungen, so dass ich mir sehr oft zusammen reimen musste, um welche Personen es gerade eigentlich geht. (Da brachte auch das Personenverzeichnis am Ende des Buches nicht viel.... )

Die ersten 200 Seiten zogen sich für mich wie Kaugummi und es ging mit der Handlung so gut wie gar nicht voran. Des Weiteren konnte man bis dato auch noch keine Parallelen zum Klappentext ziehen. Für mich war die Story bis dahin sogar so verwirrend, dass ich mich gefragt habe, ob das Buch in der richtigen Hülle steckte, oder der Klappentext falsch war.... 

Während die Handlung nach den ersten 200 Seiten dann mal mehr und mal weniger spannend vor ich hinplätscherte (überwiegend jedoch eher weniger spannend), wurden zum Ende hin jede Menge Details ausgespart. Es kam mir so vor, als hätte Mumot festgestellt "oh, schon 480 Seiten, jetzt muss ich aber mal zum Ende kommen". 
Es wird nahezu nichts richtig aufgeklärt, manche Personen werden gar nicht noch einmal erwähnt und ich hoffe, dass sich der Autor damit nicht schon den Weg für einen zweiten Teil frei gemacht hat.... 


Fazit:
"Muttertag" ist definitiv keine Lektüre für Zwischendurch. Man muss sehr viel Konzentration und Ausdauer für die Lektüre dieses Buches mitbringen. Mumots Schreibstil ist sehr komplex und verwirrend. Der Klappentext hat für mich eine komplett andere Handlung versprochen, als ich am Ende tatsächlich bekommen habe.
Wer hofft, dass er hier ein Buch bekommt, indem es hauptsächlich um kriminelle Machenschaften einer skrupellosen Sekte geht, wird definitv enttäuscht. 
Den einzigen Pluspunkt gibt es für die Idee, die hinter diesem Buch steckt. An der Umsetzung ist für meinen Geschmack jedoch noch so einiges verbesserungswürdig!




Daten zum Buch:
Titel: "Muttertag"
Autor: André Mumot
Verlag: Eichborn/Lübbe
Genre: Roman
Seitenzahl: 493
ISBN: 978-3-8479-0610-0
Erschienen am: 14.10.2016




Meine Rezension ist ebenfalls zu finden auf vorablesen.de, von dort habe ich das Buch erhalten.

 

Kommentare

  1. Hey,
    Ich habe gerade deinen Blog entdeckt und er gefällt mir richtig gut. Ich habe deinen Blog auch gleich mal abonniert. :D Vielleicht hast du ja Lust auch bei mir mal vorbeizuschauen. Darüber würde ich mich sehr freuen. :)
    LG Benedikt von
    http://beneaboutbooks.blogspot.de/

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