Wohnzimmerlesung - Holly Loose liest aus "Weiße Geschichten II" - 11.04.15

Wenn einem das Herz bis zum Halse schlägt. 
Wenn man irgendwann nicht mehr weiß, wohin mit den Glücksgefühlen.
Wenn einem das Gesicht weh tut, vom Dauergrinsen.
Wenn alle Probleme plötzlich ganz klein sind.
Und wenn einfach alles stimmt. 

                Dann hat man wohl einen unvergesslichen Abend gehabt!


Das ist zumindest mein Resultat eines Abends, den ich nicht so schnell - wahrscheinlich auch nie - vergessen werde!
Der 11. April 2015 wird für mich immer ein ganz besonderer Tag bleiben, denn es war der Tag meiner Wohnzimmerlesung von Holly Loose. 

Doch das ganze braucht wohl erst noch eine kurze Erklärung vorab:
Ich versuche seit Jahren regelmäßig zu schreiben (was mir leider nicht immer gelingt) und die Texte der Letzten Instanz haben mir schon über die ein oder andere kleine oder auch große Katastrophe hinweggeholfen. Ich konnte also gar nicht anders. Ich musste mich mit einer Geschichte für die Anthologie Weiße Geschichten II bewerben.  
Als ich dann im April vor zwei Jahren erfahren habe, dass meine Geschichte zum Song "Unerreicht" in den Sammelband aufgenommen wird, habe ich mich riesig gefreut und konnte es eigentlich auch gar nicht glauben.

Um so verrückter war dann, ein halbes Jahr später, das Gefühl das Buch mit der eigenen Geschichte in den Händen zu halten! 

Selbst heute - nachdem ich das Buch schon lange besitze - kommt mir das Ganze manchmal noch recht unwirklich vor und ich kann es erst richtig glauben, wenn ich meinen Namen auf der Seite 31 nachlese.
Zwischen all dieser Freude und Euphorie habe ich jedoch niemals - in keinem Augenblick, in keiner Sekunde - daran gedacht, dass Holly Loose (als Herausgeber des Buches und Sänger der Band Letzte Instanz) einmal bei mir zu Hause aus diesem Buch vorlesen würde.
Doch Ende des letzten Jahres bekam ich eben diese Gelegenheit: Die Chance auf eine Wohnzimmerlesung.
Holly Loose. Bei mir zu Hause. Mit meiner Geschichte. 
Ich musste nicht lange überlegen um diesem einmaligen Angebot zuzusagen. 
Ein Termin war schnell gefunden und nun konnte ich die Vorfreude genießen. 

Schließlich rückte der Tag in großen Schritten näher und ich muss zugeben, dass am Ende die Aufregung die Vorfreude verdrängte. Ich kannte den Sänger der Band zwar von einigen Konzerten und anschließendem Hände-schütteln, Small-Talk und Fotos-machen. 
Doch es ist etwas völlig anderes, ihn im eigenen Heim zu erwarten. 
Als er dann schließlich gemeinsam mit der Managerin Marit Suckow in meinen Räumlichkeiten stand, war alles ganz einfach und ich stellte wieder einmal fest, dass jeder Mensch eben das ist: ein Mensch. So sympathisch, herzlich und freundlich wie Menschen nur sein können. Menschen, so unvoreingenommen und vorurteilsfrei, wie ich sie in den letzten Jahren nur selten getroffen habe. 
Nach kurzem gegenseitigen "beschnuppern" trudelten meine ersten Gäste ein und der Abend konnte - endlich - richtig beginnen. 
Wir stärkten uns erstmal für die bevorstehende Lesung und es kamen die ein oder anderen Gespräche im kleinen Kreis von Familie und Freunden zu Stande. 

Um acht Uhr abends bezog Holly dann seinen Lesesessel und begann, nach kurzer Begrüßung und Erläuterung wie es zu den Geschichten kam, zu lesen. 


Ich hatte alle Geschichten der Anthologie schon mindestens einmal gelesen. Mir mein eigenes Bild gemacht. Mich von jeder in irgendeiner Art und Weise in ihren Bann ziehen lassen. 

Doch sie nun von Holly vorgelesen zu bekommen, ließ noch einmal ganz andere, neue Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. 
Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich kein großer Fan von Hörbüchern bin. Wenn ich etwas vorgelesen bekomme, dann kommt es immer auf die Stimme des Lesers an ob ich zuhören kann oder nach wenigen Minuten abschalte. Hollys Stimme ist definitiv eine Stimme, der ich bis in alle Unendlichkeit zuhören könnte. Und es fällt mir schwer, mich zu entscheiden ob ich sie singend oder lesend lieber höre. 
Zur Lesung kamen wir in den Genuss von beidem, denn zwischen den Geschichten sang Holly ein dazu passendes Lied und spielte auf seiner Gitarre. 
Nach den ersten vier Geschichten legten wir eine kurze Pause ein, nach der es dann mit weiteren vier Geschichten, darunter auch meiner eigenen, weiter ging.

Meine eigene Geschichte habe ich nach der Erscheinung von Weiße Geschichten II nur ein einziges Mal gelesen. Nicht, weil sie mir nicht gefällt. Wenn sie mir nicht gefallen würde, hätte ich sie nicht eingereicht. Aber ich habe sie geschrieben - ich kenne sie. 
Dachte ich. 
Doch selbst bei der Geschichte die mir während des Schreibens sehr ans Herz gewachsen war, die ich mag und die - von Anfang bis Ende - ein Teil von mir, ein Teil meines Lebens ist, selbst bei dieser sind durch die Lesung und durch die Stimme von Holly neue Bilder und neue Empfindungen entstanden. Und ich musste mich am Ende schon sehr zusammen reißen um aufsteigende Tränen hinunterzuschlucken. 

Als Erinnerung an diese unglaublich tolle Lesung bekam ich das Skript und erwarb außerdem die CD mit einer Auswahl der Geschichten - um zukünftig stundenlang Hollys Stimme lauschen zu können. ;-)


Im Anschluss wurde noch lange gequatscht, Geschichten ausgetauscht, Anekdoten erzähl und Frischluft geschnappt bevor alle müde ins Bett gefallen sind. 

Am nächsten Morgen machten sich Holly und Marit nach einem kurzen Frühstück auf den Weg zur nächsten Lesung. 

Diesen unvergesslichen Abend auch nur annähernd in eigene Worte zufassen erscheint mir unmöglich. Und deshalb finde ich es nur angemessen, ihn mit dem Song-Text-Zitat zusammen zu fassen, mit dem für mich alles angefangen hat:

Ein Traum den ich entspann,
Ein ferner süßer Klang,
So bleibe ich zurück,
In einem Hauch von Glück.
 
        "Unerreicht" von Letzte Instanz



Ich danke der Letzten Instanz, für unzählige Songtexte die mir in jeder Lebenslage Trost spenden und neuen Mut geben. 
Ich danke Holly und Marit, dass sie dieses Erlebnis überhaupt möglich gemacht haben. 
Und ich danke meiner Familie und meinen Freunden, die immer für mich da sind, wenn ich sie brauche. :-* 



Dieser Beitrag wird unter der Rubrik Unterwegs - Lesungen zu finden sein. Auch wenn ich genau genommen nicht "unterwegs" war. Aber da passt er einfach am besten hin :)

Kommentare

  1. Liebe Susann,
    du hast genau meine Empfindungen zu diesem Ereignis, welches dich als Autorin natürlich weitaus mehr betrifft als mich, beschrieben. Danke für diese Ausführungen.
    Liebe Grüße
    Stephan

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    1. Lieber Stephan!
      Freut mich, dass ich dir ein bisschen aus der Seele sprechen / schreiben konnte!
      LG
      Susann

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