Buchrezension - "Erbarmen" von Jussi Adler-Olsen

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit steht dieses Buch auf meiner Leseliste. 
Als ich dann vor einigen Tagen in der Programmzeitschrift entdeckte, dass der zugehörige Film ausgestrahlt wird, war ich etwas verwirrt. Ich hatte ja nicht einmal mitbekommen, dass das Buch verfilmt wurde. 
Wie auch immer, ich würde es auf keinen Fall schaffen, das Buch zu lesen bevor der Film lief, also schaute ich mir eben zuerst den Film an.

Ich war gefesselt von der ersten Minute an und die Spannung hielt bis zum Schluss. 
Ein wirklich guter Film, gute Schauspieler, Atmosphäre super eingefangen, Story verständlich erzählt. 
Nun war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Wenn der Film schon so gut war, musste das Buch doch noch besser sein?! 

Quelle: dtv
Ich wartete also nicht lange und fing einige Tage später an, "Erbarmen" zu lesen. 
Obwohl (oder gerade weil?) ich die Story ja schon in etwa kannte, brauchte es einige Zeit, bis ich in die Geschichte fand. Den Schreibstil fand ich etwas gewöhnungsbedürftig und mit diesen skandinavischen Namen hatte ich ja schon immer meine Probleme ;-)

Carl Mørck ermittelt mit zwei Kollegen (und Freunden) in einem Fall und während dieser Ermittlungen wird der eine ermordet und der andere schwer verletzte. 
Mørck fällt es schwer damit umzugehen und so wird er von seinem Chef ins Sonderdezernat Q versetzt, dass sich mit der Aufklärung der bisher ungeklärten Mordfälle befassen soll. Schon hier gab es in der Vorgehensweise erste Differenzen zum Film und die vielen "Hintergrund-" und "Nebeninformationen" langweilten und verwirrten mich etwas. 

Der erste Fall, den sich Mørck vornimmt, handelt von der vor einigen Jahren verschwundenen Politikerin Merete Lyngaard. 
Die Ermittlungsarbeiten die er zusammen mit seinem "Assistenten" Assad durchführt fand ich mit am spannendsten an der Geschichte, auch wenn diese im Vergleich zum Film wieder sehr anders dargestellt wurden. Sehr spannend geschrieben fand ich außerdem die Kapitel in denen über die Gefangenschaft von Merete geschrieben wird. Obwohl ich durch den Film bereits wusste, wie die Geschichte aus geht, musste ich doch immer wieder schlucken und fand es entsetzlich unter welchen Bedingungen Merete gefangen gehalten wurde. 

Alles in allem fand ich die Unterschiede von Buch zu Film doch sehr gravierend, sowohl was den Verlauf der Geschichte betrifft als auch die Beschreibung der Charaktere. Assad zum Beispiel hätte ich mir nie so vorgestellt, wie er im Film dargestellt wurde. 
Außerdem war die "Originalgeschichte" im Buch viel verzwickter, es waren viel mehr Personen involviert und der Ablauf der Ermittlungen war zum Teil ganz anders.
Ob ich nun Film oder Buch besser finde, kann ich allerdings immer noch nicht sagen. Den Film fand ich ohne Zweifel sehr spannend. Dadurch, dass ich ihn aber gesehen habe, kurz bevor ich das Buch gelesen habe, fand ich dieses nicht mehr ganz so spannend und fesselnd. 

Trotzdem werde ich die Folge-Bände auch noch lesen (und ich werde mich bemühen, dies vor den jeweiligen Verfilmungen zu tun ;-) ), einfach weil skandinavische Thriller immer dieses düstere Etwas besitzen, das ich so mag :-)



Daten zum Buch:
Titel: "Erbarmen" (Band 1 aus der "Carl Mørck" - Reihe)
Autor: Jussi Adler-Olsen
Verlag: dtv
Genre: Thriller
Seitenzahl: 432
ISBN: 978-3-423-24751-1
Erschienen im: Oktober 2009

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