Buchrezension - "Das Gesicht der Anderen" von Fabian Eder

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von vorablesen.de. Ich habe bereits zwei weitere Bücher rezensiert - ihr könnt diese unter Buchrezensionen finden!


Quelle: Braumüller
"Das Gesicht der Anderen" handelt von der jungen Margarete Boll, die durch einen Unfall schrecklich entstellt wird und sich von da an irgendwie alleine durchs Leben schlagen muss.
Der Klappentext klang nach furchtbarem Familien-Drama, die Leseprobe ließ jedoch auf ein Drama mit Krimi-Zügen hoffen. 


Margarete ist die Tochter eines erfolgreichen Waffen-Produzenten und -Händlers. Auf einer Waffen-Vorstellung auf dem eigenen Familienanwesen wird Margarete durch einen schrecklichen Unfall für immer entstellt. Von da an lebt sie ein Leben in Isolation und Einsamkeit. So weit, so gut. Bis hierhin hat man unweigerlich Mitleid mit Margarete und entwickelt Sympathien, die sich nicht erklären lassen. Ihr Schicksal erscheint einfach so schrecklich und ihr Handeln kommt einem in jeder Situation sehr tapfer und erwachsen vor.
Doch das ändert sich schlagartig. Vom einen Augenblick auf den anderen wurde mir Margarete unsympathisch. Ich konnte keine ihrer Handlungen mehr nachvollziehen und verstehen schon gar nicht. Plötzlich kamen mir ihre Taten und ihr Verhalten sehr naiv und unreif vor. Sie scheint unbedingt aus ihrem "Gefängnis" ausbrechen zu wollen und trifft sich mit einem Mann, den sie nur aus einer Chat-Unterhaltung kennt, steigt auch noch zu diesem ins Auto und das mit 21 Jahren - sehr unwahrscheinlich und konstruiert. Nach diesem Ereignis will sie sich scheinbar plötzlich umbringen. Auf keiner Seite vorher wurde soetwas in dieser Richtung erwähnt und dann - von einer Seite auf die andere - ist man schon mitten drin in ihrer Selbstmord-Aktion.
Anschließend flüchtet sie sich in die Beziehung mit dem "Promi" Hein Schuberth, dessen Charakter sehr schwammig beschrieben wird - zunächst ist er der heldenhafte Retter, später mutiert er zum ekelhaften Typ, der Frauen ausnutzt und schließlich läuft er Amok!? Für mich absolut überhaupt nicht nachzuvollziehen!!!


Oftmals konnte ich den Gedankensprüngen des Autors nicht so recht folgen. Die fehlenden Kapitel machen das nicht unbedingt einfacher. Oft war ich sehr verwirrt, weil ich mich auf einer Seite bei Margarete zu Hause befand und auf der Nächsten in einem Verhandlungsgespräch mit der russischen Mafia. Eine Unterteilung des Buches in Kapitel hätte die Geschichte - vermutlich - besser verständlich gemacht. Stattdessen schreibt der Autor alles hintereinander weg (jedoch in einem flüssigen Schreibstil), dass man sich irgendwie gehetzt vorkommt, ich hatte das Gefühl zwischendurch nichtmal durchatmen zu dürfen. 

Weiterhin blieben viele Fragen offen. Zu Beginn der Geschichte wird ein Jäger mit seinem Sohn erwähnt, der in der gesamten Geschichte nicht noch einmal vorkommt - wozu also das Ganze? Von Hagers Frau wird zweimal in kurzen Abschnitten erzählt, aber den Sinn dahinter habe ich auch nicht so richtig verstanden. Margarete ist von heute auf morgen in der Lage firmen-technische Entscheidungen zu treffen, es wurde jedoch im gesamten Buch nicht einmal erwähnt, dass sie eine Ausbildung in dieser Hinsicht abgeschlossen hätte. Was für ein Problem hat Margarete mit Hager? Dieser war offensichtlich jahrelang ein Vertrauter ihres Vaters und plötzlich ist er ihr ein Dorn im Auge? Welche Rolle spielte nun die russische Mafia? Warum drehte Hein Schuberth am Ende der Geschichte völlig durch? Und so weiter und so fort.
"Das Gesicht der Anderen" hat stark angefangen, jedoch leider auch sehr stark nachgelassen und meine Erwartungen leider in keinster Weise erfüllt. Das Buch lässt mich unzufrieden mit einer ganzen Armee von offenen Fragen zurück! :(

Meine Rezension ist ebenfalls einsehbar auf vorablesen.de


Daten zum Buch:
Titel: "Das Gesicht der Anderen"
Autor: Fabian Eder
Verlag: Braumüller 
Genre: Roman
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3-99200-116-3
Erschienen am: 2014

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